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09:52h, Dienstag 17.06.2008
Mit Geschichte vor Ort auseinandergesetzt

Gymnasiasten auf Kriegsgräberanlage

Paderborn. Ihr Wochenende gestalteten 53 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 10, 11 und 12 des Gymnasiums Schloß Neuhaus auf der deutschen Kriegsgräberanlage in Ysselsteyn/Holland sowie im Kriegs- und Widerstandsmuseum Overloon (ebenfalls Holland). Zunächst war die Schülergruppe im Rahmen eines Arbeitseinsatzes mit Pflegearbeiten vor den einzelnen Grabkreuzen und mit der Recherche von Einzelschicksalen gefallener deutscher Soldaten im 2. Weltkrieg beschäftigt und diskutierte mit Zeitzeugen. Der Aufenthalt auf diesem Soldatenfriedhof (31.585 Tote) endete mit einer Gedenkstunde.

Im Kriegs- und Widerstandsmuseum Overloon befassten sich die Jugendlichen mit der Geschichte des sog. Dritten Reiches und des 2. Weltkrieges speziell in Holland und setzten sich mit den Beziehungen dieses Nachbarlandes zu Deutschland auseinander. Die Jugendlichen lernten den Inhalt zwischen "wahr" und "unwahr", "Tatsache" und "Meinung", "Generalisierung", "Vorurteile", "Grundrechte" und "Diskriminierung" verstehen. Sie wurden ermuntert, bewusst Entscheidungen zu treffen und lernten überdies die Bedeutung des Volksbund-Leitsatzes "Versöhnung über den Gräbern - Arbeit für den Frieden" kennen und verstehen.

Die Leitung dieses Wochenendes, das die Schülerinnen und Schüler zum Großteil in ihrer Freizeit auf dieser Kriegsgräberanlage in Holland und teilweise schon bis zum dritten Male verbrachten, oblag der Klassenlehrerin Nina Conredel, die von dem Pädagogen Jürgen Möller begleitet wurde. Nina Conredel leitete verantwortlich dieses Projekt der Friedensarbeit, das stets an Wochenenden durchgeführt wurde, inzwischen und ohne Unterbrechung seit 2003.

Für dieses Engagement, das hauptsächlich in der Freizeit aufgebracht wird,  gebührt der Pädagogin Nina Conredel Dank und Anerkennung, so der Vorsitzende des Kreisverbandes Paderborn im Volksbund, Landrat Manfred Müller, der gemeinsam mit Schulleiter Gödde die Schülergruppe am Tage der Abfahrt (13.6.2008) verabschiedete und betonte, dass Kriegsgräberstätten zeigen, wie wertvoll der Friede ist.

Insbesondere am Grab eines Gleichaltrigen, der in frühester Jugend gefallen ist, werde die Tragödie des Krieges  für die Schülerinnen und Schüler nachvollziehbar. Das Heranführen der Jugendlichen zum Frieden ist für uns eine Aufgabe, die wir sehr ernst nehmen. Er, der Landrat, sei stolz, dass sich Schüler dieses Gymnasiums seit 5 Jahren mit den Aufgaben der vom Volksbund initiierten Friedensarbeit befassen und sich mit der Sinnlosigkeit von Krieg und Gewaltherrschaft auseinandersetzen.

Foto: Die Schülergruppe mit Landrat Manfred Müller und Schulleiter Gödde (von links) sowie die Pädagogin Nina Conredel (rechts im Bild) unmittelbar vor der Abfahrt nach Ysselsteyn. 

marcus.kaiser

Der Beitrag wurde am Dienstag, dem 17. juni 2008 um 09:52 Uhr veröffentlicht und wurde unter Startseite, Lokales abgelegt.