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JBS ysselsteyn Friedhofsbeschreibung
 
Ansprechpartner Friedhof: 
Herr Karl Heinz Voigt
Deutscher Soldatenfriedhof
Timmermannsweg 75
NL-5813 AM Ysselsteyn LB
Tel. (0031) 478 - 54 12 62 
Fax: (0031) 478 - 54 17 57
E-mail: karl-heinz.voigt@volksbund.de

Allgemein
Informationsgebäude
Kapitän Timmermans
Ginko-Baum
 


Allgemein
Der Soldatenfriedhof befindet sich in Ysselsteyn, Niederlande, in der Provinz Limburg nahe der deutschen Grenze. 
Der Friedhof ist der einzige deutsche Soldatenfriedhof in den Niederlanden.
Es liegen hier 85 Gefallene aus dem 1.Weltkrieg und fast 32000 Gefallene aus dem 2.Weltkrieg auf insgesamt ca. 17 ha. 
Für jeden  Gefallenen wurde ein Kreuz gesetzt. Die Daten (Name, Grablage, Geburts- und Sterbedaten, Rang - soweit  bekannt) sind mit weißer Farbe auf dem Naturstein aufgetragen. Das Nachzeichnen der Daten mit weißen Eddings sowie das Behandeln der Kreuze mit Algenmittel gehört  zu den Aufgaben der Jugendlichen bei der Arbeit auf dem Friedhof.
Es sind ca. 5000 unbekannte Soldaten auf dem Friedhof begraben. Diese sind in Gräbern mit Kreuzen begraben, auf denen "Ein Deutscher Soldat" steht. 
 


Informationsgebäude
Im Informationsgebäude, das sich im Eingangsbereich des Friedhofes befindet, sind etliche sehr interessante Informationen zu finden. Ein Besuch des Informationsgebäudes lohnt sich also, gerade im Anschluss an eine Führung. 
Es liegen alphabetisch geordnete Namensregister aus, mit deren Hilfe es möglich ist, das Grab jedes bekannten Soldaten aufzusuchen. Die letzte Ruhestätte  deutscher Soldaten  können Sie auch mit Hilfer der Internetseite des Volksbundes für deutsche Kriegsgräberfürsorge finden. Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge
Des weiteren können bei den Friedhosmitarbeitern auch Kränze erworben werden.
 


Kapitän Timmermans
In der Nähe des zentralen Gedenkplatzes befindet sich ein Gedenkstein für Kapitän Timmermans. 
Kapitän Timmermans hat im 2.Weltkrieg für die Niederlande gegen die deutschen Soldaten gekämpft. Nach der deutschen Besetzung 1940 schloss er sich einer niederländischen Widerstandsgruppe an. 1945 gehörte er einem Minensuchkommando an und trat auf eine Holzmine. Als Folge der Explosion nahmen  vor allem
seine Augen schweren Schaden. Er kam in ein kanadisches Lazarett, in dem auch andere Niederländer, Belgier, Kanadier, Amerikaner und sogar  Deutsche verarztet und gepflegt wurden. Neben ihm lag ein junger deutscher Soldat. Als dieser schnell genesen war, blieb er dennoch und pflegte Kapitän Timmermans mit Hingabe. Zwangsläufig kam es zu Gesprächen zwischen den beiden. Kapitän Timmermans und dem jungen deutschen Soldat wurde nach und nach deutlich, dass viele Vorurteile, die sie gegeneinander hatten, nicht korrekt waren. Es wurde Kapitän Timmermans klar, dass gerade junge deutsche Soldaten nicht freiwillig kämpften, sondern in den Krieg gezwungen wurden. Trotz etlicher Recherchen gelang es leider nicht mehr, den deutschen Soldaten nach dem Krieg ausfindig zu machen.
Im Jahre 1948 - drei Jahre nach Ende des Krieges - bekam Kapitän Timmermans die Gelegenheit, aushilfsweise eine Vertretung in Ysselsteyn zu übernehmen. Daraus wurden 28 Jahre als Friedhofsverwalter. Er legte Kriegsgräber an, pflegte sie, identifizierte Tote und führte Besuchergruppen und Angehörige über den Friedhof. Auch an der Jugendarbeit war er beteiligt. Zusammen mit einem bayrischen Pastor und dem damaligen Pastor von Ysselsteyn organisierte er erstmals Jugendbegegnungen in der Nähe des Soldatenfriedhofes, damals noch in Form von Zeltlagern.
Durch sein Eintreten für die niederländisch-deutsche Versöhnung nach dem 2.Weltkrieg war er eine sehr wichtige Integrationsfigur. 
Bevor er 1995 starb hatte er einen letzten Wunsch: Er wollte, dass seine Asche auf dem Friedhof ausgestreut wurde. Diesem Wunsch wurde dann auch entsprochen.
 


Ginko-Baum
Am 8. Mai 1995 wurde in der Nähe des Eingangsbereiches des Soldatenfriedhofes anlässlich des Gedenkens an das Ende des II. Weltkriegs vor 50 Jahren ein Ginkobaum gepflanzt. Dies war ein Zeichen gegen Krieg und Gewalt. 
Dieser Baum war es, der nach den Atombombenangriffen auf Hiroshima und Nagasaki im Jahre 1945 als erste Pflanze wieder anfing zu blühen. Nach ca. einem Jahr trug er wieder grüne Blätter. So ist er zu einem Zeichen der Hoffnung geworden, Hoffnung auf Frieden in einer besseren Welt.